Muss das sein?

Können wir uns nicht auf das Wesentliche konzentrieren statt uns mit solchen Spielerein zu beschäftigen?

Die Behindertenrechtskonvention ist auch in Deutschland geltendes Recht. Politik und Einrichtungen der Behindertenarbeit müssen sich an geltendes Recht halten. Kulturelle Teilhabe ist kein Bonbon das Menschen mit Behinderung als Bittsteller zugesprochen wird, sondern etwas das ihnen zusteht. In der EU- Behindertenrechtskonvention sind gleich mehrere Artikel enthalten die Kulturarbeit zu einem rechtlichen Anspruch machen. In Artikel 30 Absatz 1. geht es ganz konkret um das Recht von Menschen mit Behinderungen, gleichberechtigt mit anderen am kulturellen Leben teilzuhaben. Artikel 8 behandelt die Frage des Bewusstseins und der Bewusstseinsbildung der gesamten Bevölkerung im Kontext des „Phänomens Behinderung“ und fordert, „das Bewusstsein für Menschen mit Behinderungen zu schärfen und die Achtung ihrer Rechte und ihrer Würde zu fördern“ (Art. 8 Abs. 1a). An Maßnahmen werden u. a. Kampagnen gefordert, die „eine positive Wahrnehmung von Menschen mit Behinderungen und ein größeres gesellschaftliches Bewusstsein ihnen gegenüber […] fördern“(ebd. Abs. 2a, ii). Kampagnen selbst sind Ausdruck medial-ästhetischen Handelns, sie können sich selbst durchaus als künstlerisch, z. B. im Sinne von Fotokunst, verstehen. Sie können aber auch künstlerische Aktivität und Teilhabe am Kulturleben thematisieren und Menschen mit Behinderung in ihrer Kompetenz als künstlerisch aktive Menschen und damit auch als Sympathieträger zeigen. So verstanden ist die Umsetzung des Artikels 8 der UN-BRK ein Teilbereich medialer Kultur und Vermittlung.

Im Gegensatz zur Tätigkeitsebene der Rezeption war die der künstlerischen Aktion und Produktion bis zu Art. 30 Abs.2 der UN-BRK noch nie Thema eines Textes mit Gesetzescharakter. Die UN-BRK schreibt Menschen mit Behinderung ausdrücklich die persönliche künstlerische und kreative Ausdruckskompetenz zu: „Die Vertragsstaaten treffen geeignete Maßnahmen, um Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit zu geben, ihr kreatives, künstlerisches und intellektuelles Potenzial zu entfalten und zu nutzen, nicht nur für sich selbst, sondern auch zur Bereicherung der Gesellschaft.“ (Art. 30 Abs. 2).

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